Raiffeisenstraße > Die Bürgermeisterei Flammersfeld

Die Bürgermeisterei in Flammersfeld

Flammersfeld anno 1848
33 Einzelgemeinden (durch eine Gebietsreform von 1969 sowie durch Gemeindezusammenlegungen heute auf 26 reduziert) mit ca. 5.000 Einwohnern. 

Nach Errichtung der preußischen Rheinprovinz (1816) und deren Einteilung in Regierungsbezirke und Landkreise unter Außerachtlassung der bisherigen Landesherrschaften konstruierte Verwaltungseinheit. 

Der Bürgermeister-Bezirk setzte sich aus Teilgebieten der ehemaligen Landesherrschaften Kurköln, Kurtrier, Sayn-Hachenburg und fürstlich Berleburgischem Besitz zusammen. 

Verwaltungsgremien: Amtsbürgermeisterei und Ortsvorsteher; Bürgermeistereirat ("Samtgemeinderat") und Gemeinderäte.
Es galt die "preußische Gemeindeordnung", die 1851 eine Neufassung erhielt. 

Zugehörigkeit der Bevölkerung zu 5 Kirchspielen
-
Schöneberg (evangelisch)
- Flammersfeld (evangelisch)
- Oberlahr (römisch-katholisch, Erzbistum Köln)
- Peterslahr (römisch-katholisch, Bistum Trier)
- Horhausen (römisch-katholisch, Bistum Trier)

Wirtschaftliche Situation
-
"Rhein ländlich, ackerbautreibende Betriebe" (F.W.Raiffeisen)
- Eisenerzbergbau in den Pfarreien Oberlahr, Peterslahr und Horhausen
- Nebenerwerbstätigkeit:
  a) Eisenerzfuhrwesen
  b) Köhlerei (auslaufend) 

Von F.W. Raiffeisen registrierte Defizite
-
desolates Schulwesen
- mangelhafte Infrastruktur
- Wuchererunwesen
- unzeitgemäße Gepflogenheiten: Fron und Zehnt
- ungünstige klimatische Bedingungen
- unmoderne Bodenbearbeitungsmaßnahmen
- System der Realteilung der landwirtschaftlichen Flächen

Das Raiffeisenmuseum - das alte Bürgermeisterhaus in Flammersfeld - ist mit ca. 250 Jahren ein historisches Haus. Friedrich Wilhelm Raiffeisen war hier von 1848 bis 1852 Bürgermeister, bevor er nach Heddesdorf wechselte. Das heutige Museum ist im unteren Bereich des Hauses und zeigt, wie zu Raiffeisens Zeiten gearbeitet und gelebt wurde.